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South Africa 2008 FAZ Zeitungsbericht - Eine Reise zu sich selbst -

Vier Monate sind nun vergangen, seitdem ich wieder in Deutschland bin. Eigentlich sollte ich noch immer in diesem Land sein. In dem Land, für das ich mich über zwei Jahre lang vorbereitet habe, welches mir Kraft für die gesamte harte Lernphase des Abiturs gegeben hatte. Ein Land, welches mir noch unbekannt war, mich faszinierte. Südafrika. Da ich schon immer vorhatte, nach dem Abitur ins Ausland zu gehen, und dies nun immer näher rückte, beschloss ich im November letzten Jahres, mich bei einer Organisation für zwölf Monate  Südafrika zu bewerben. Ich wollte mich dort in einem sozialen Projekt betätigen, neue Traditionen und Kulturen kennenlernen und wie sagt man so schön: „über den Tellerrand hinausschauen“. Ich strebte danach, weit weg von vertrauter Gewohnheit, Reichtum und Alttag zu gelangen. Ich wollte Neues entdecken.
 Ich fand eine Organisation, die meinen Vorstellungen entsprach. Das Projekt beinhaltete eine neunmonatige Arbeit  in einem Kinderheim und einer dreimonatigen Beschäftigung in einer  Gepardenaufzuchtstation. Ich war begeistert und eiferte dem 13.Juli dieses Jahres entgegen, an dem es hieß, Abschied zu nehmen. Abschied von der Familie, Freunden und der Heimat. Vor allem aber bedeutete es für mich, alles bisher als selbstverständlich „Gewohnte“ zurückzulassen. Schmuck, gute Klamotten, Hygiene und die sichere gesundheitliche Versorgung sollten nun für ein Jahr in den Hintergrund rücken. Ich war bereit für ein vollkommen neues Leben in einem Land voller Kontraste.
Die Vorfreude war groß und ich war sicher, dass ich dort in dem Süden Afrikas das finden würde, wonach ich zuvor im Leben gesucht hatte: Zufrieden- und - Gelassenheit unter „einfachen Verhältnissen“.
Nach einem langen Flug kam ich endlich an, in dem Land meiner Träume. Es war Winter in Afrika, demnach waren die Temperaturen etwas niedriger als in dem sommerlichen Deutschland. Nach einer kurzen landschaftlich wundervollen Orientierungswoche rund um Kapstadt begann nun die Fahrt mit einem anderen Mädchen in das Kinderheim, welches ca. 20 Minuten mit dem Auto von Kapstadt entfernt war. Der erste Einruck dieses Heims war doch prägend.
Es gab mehrere Gebäude auf einem Grundstück des Kinderheims, wo jeweils die Kinder in Gruppen untergebracht waren und dort lebten. Meine Vorstellung von einem gemeinsamen Speisesaal, welche ich all die Monate zuvor hatte, wurde nicht bestätigt, da die Kinder wie gesagt in unterschiedliche Häuser aufgeteilt waren und dort ihre eigene Wohneinrichtung besaßen. Für uns Volunteere gab es ein eigenes Haus. Dort lebten zur Zeit meiner Anwesenheit ca. noch dreißig andere Freiwillige, 25 davon kamen aus Deutschland.  In dem Kinderheim lebten rund 150 Kinder. Die Organisation teilte mir zuvor mit, dass ungefähr 60 Kinder dort leben und fünfzehn Freiwillige sich dort aufhalten, um den Betreuern zu helfen und um den Kindern ein guter Freund zu sein. Erste Zweifel kamen….
Als ich nach mehreren Tagen endlich über die Arbeit mit den Kindern und das Vorgehen und Leben in dem Heim aufgeklärt wurde, begann meine Arbeit. Die Arbeit bestand aus zwei Schichten. In der ersten Woche standen uns Freiwilligen zwei freie Tage zu, in der zweiten Woche vier. Meine Arbeit bestand darin, den Kindern  im Alltag zu helfen, sei es das morgendliche Wecken und Anziehen, bei den Hausaufgaben oder bei der Vorbereitung des Essens. Leider waren alle Kinder, die im Alter von ein bis siebzehn Jahre alt waren, in der Lage sich selbst zu verpflegen und sich selbst zu helfen. Leider sage ich nun deshalb, da es für mich somit nichts zu tun gab. Im Grunde genommen war ich von der Selbstständigkeit der Kinder beeindruckt. So etwas habe ich zuvor selten gesehen. Die Kinder in diesem Land lernen schon früh auf eigenen Beinen zu stehen, sich selbst zu helfen. Aufgrund dieser Tatsache fühlte ich mich oft nutzlos und überflüssig, was meine Arbeit betraf. Des Öfteren wurde ich auch im Nachtdienst eingetragen. Diese Arbeit bestand darin, die Kinder fünfmal in der Nacht zu wecken, um sie auf Toilette zu schicken. Ich verstand den Sinn zuerst nicht, weshalb sie in gewisser Art und Weise gezwungen werden, nachts, ohne eigenständiges Bedürfnis, auf Toilette zu gehen. Man erklärte mir, dass es notwendig sei, da sie sonst ihr Bett verschmutzen könnten, wenn sie schlechte Träume haben. Als ich dann einen kleinen Jungen nachts auf Toilette schickte, dieser aber doch sehr müde und somit nicht in der Lage war,   seine Blase zu entleeren, schickte ich ihn zurück in sein Bett. Daraufhin wurde ich von den Child Care Worker angeschrien und gezwungen dieses Kind zu schlagen. Ab da wurde mir klar, dass ich mir das Ganze doch einfacher und friedvoller vorgestellt habe, als es in Wahrheit war. Es begann ein Kampf. Ein Kampf mit mir selbst und den Child Care Worker.  Ich stellte unangenehme Fragen und versuchte den Erziehern näherzubringen, dass es sinnvoller sei, nach dem Grund des nächtlichen „Versehens“ der Kinder zu suchen, als sie dafür zu bestrafen, wenn sie nachts nicht den gewohnten Toilettengang gehen wollten beziehungsweise konnten. Mein Verhalten traf auf Missverständnis und Aggressivität. Ich selbst wurde für mein Interesse und Engagement geschlagen und angeschrien, denn man mochte es dort nicht, wenn man Fragen stellte.
Ich warte bis jetzt auf Antworten.
 Ich war eine der wenigen Freiwilligen, die nachfragte, hinguckte und sich nicht zwingen ließ Kinder zu schlagen. Viele der anderen Freiwilligen waren eher damit beschäftigt, das Nachtleben Kapstadts zu planen. Eine Tatsache, die mich mit der Zeit auch immer mehr geschwächt hatte. Im Grunde genommen standen Kerstin, welche mit mir zusammen in das Kinderheim gekommen ist, und ich ganz alleine da. Als wir die Organisation baten, uns beiden zu helfen, wurden uns Desinteresse und Missverstehen entgegengebracht. All die Versprechungen, die sie uns zuvor gemacht haben, sei es bezüglich der Verpflegung und Unterbringung, der Kosten oder der Vorbereitung auf unsere Arbeit mit den Kindern, waren nichts als heiße Luft. Niemand sagte uns, wie man mit diesen Kindern, die schwierige Schicksale hatten, umzugehen hat. Ich war überfordert. Zweifellos. Die Kinder waren aggressiv und absolut negativ auf uns Freiwillige gestimmt. Sie waren brutal und einige pflegten bereits den Umgang mit Waffen. Ich selbst konnte mich einmal nur schwer gegen einen Jugendlichen wehren, als er versuchte, meinem Körper näher als es mir recht war zu kommen.
Kerstin und ich beschlossen nach einiger Zeit, die wir uns gaben, um das Ganze besser einschätzen zu können, alles zu versuchen um das Projekt zu wechseln. Die Organisation allerdings stellte auf stur. Sie weigerten sich, die Gründe unseres Wechsels zu verstehen, weshalb wir es moralisch nicht mit uns vereinbaren konnten, in diesem Heim noch länger zu bleiben. Nach langen Diskussionen und gescheiterter Unterstützung hielt sie es dann für besser, sich gar nicht mehr bei uns zu melden. Die Notfallnummer der Organisation war entweder besetzt oder das Handy war ausgeschaltet. Wir schauten uns das nicht länger mit an und versuchten, in anderen Projekten ohne Organisation Fuß zu fassen. Leider wurde uns oft geraten, dies zu unterlassen, da man in diesem Land als Frau und hinzu noch als blonde Europäerin absolut nicht sicher ist. Ich selbst habe in diesen zwei Monaten viele Schutzengel bezüglich der eigenen Sicherheit gehabt und weiß, dass man in diesem Land jeden Rat annehmen sollte, den einem ein Einheimischer gibt. Dieses Land ist wunderschön zu bereisen, es bietet eine wunderbare und vielfältige Flora und Fauna. Ich habe in dieser kurzen Zeit sehr viel gesehen und habe mich in dieses Land verliebt. Die Menschen sind lebensfroh und sie sagen von sich selbst, dass sie zwar arm aber dennoch glücklich sind. Sie mögen es nicht, wenn man Mitleid mit ihnen hat. Im Gegenteil. Sie erwarten fast Bewunderung, welche sie in meinen Augen auch zutiefst verdient haben. Ihre Art zu leben und Misserfolge zu akzeptieren ist einzigartig. Sie machen das Beste aus ihrer Armut, die dieses Land beherrscht.
Doch leider ist dieses Land noch lange nicht so weit wie andere Länder. Auch wenn es nicht mehr zu den eigentlichen Entwicklungsländern zählt  wird. Hilfe dringend benötigt. Die Sicherheit weist sehr große Mängel auf. Auch noch heute,  und vor allem nach der Amtszeit von Nelson Mandela. Als „Weißer“ wird man noch immer nicht von jedem willkommen geheißen. Es erwarten einen Blicke, die einem Angst machen können, die einen verunsichern.
Ich konnte teilweise das Kinderheim nur noch mit großer Angst verlassen. Täglich werden in Südafrika ca. 900 Menschen umgebracht und 300 vergewaltigt. Tagtäglich! Wenn man diese Zahlen liest, kann man es kaum glauben; doch noch während meines Aufenthalts habe ich einige Erfahrungen machen müssen, weswegen ich mir diese hohe Anzahl erklären kann.
Ich beschloss zusammen mit meiner Familie, dass es nach unzähligen Versuchen, in andere Projekte zu gelangen, und nach gescheiterten Verzweiflungsversuchen, die Organisation um Hilfe zu bitten, das Beste sei, wenn ich sicher und einigermaßen gesund nach Hause komme.
 Ein Schritt, der nicht einfach für mich war. Aufgeben. Was werden wohl die Leute daheim sagen? Jeder wird fragen und keiner wird es wirklich verstehen können. Ich wollte nicht nach Hause, ich wollte kämpfen, weitermachen, irgendwie. Doch leider wurden mir immer öfters Grenzen gesetzt. Ich habe Dinge erlebt und gottseidank überlebt, die dazu führten, dass ich nach zwei Monaten entschied, den Heimflug zu buchen.
Ich verbrachte noch zwei Tage in einem guten Hotel an der Waterfront und flog nach Hause. Ein Rückflug, der mir sehr schwer fiel, der sein musste, nicht aber aus tiefster Willenskraft.
Zwei Monate, keine lange Zeit, aber diese Zeit veränderte mein Leben grundlegend. Das, was ich nach zwölf Monaten erreichen wollte, „gelang“ mir in nur zwei Monaten- erst jetzt weiß ich es wirklich zu schätzen, wie sicher und in einem welchen Wohlstand wir hier in Deutschland leben (können). Diese Sicherheit ist nicht selbstverständlich. Nichts, was wir hier haben ist selbstverständlich. Andere Menschen müssen um ihr tägliches Brot kämpfen und hart arbeiten, während wir in den Supermarkt gehen und uns keinerlei Gedanken machen, wie und unter welchen Umständen eins der Produkte hergestellt werden.
Ich bin sehr froh diese Erfahrung gemacht zu haben, auch wenn ich an Grenzen gestoßen bin, die es mir leider  nicht ermöglicht haben, noch länger in diesem Land zu verweilen. Ich bin an moralische und vor allem aber an persönliche Grenzen gestoßen, an denen ich noch lange zu zehren habe. Ich bedanke mich bei dieser Reise. Durch sie habe ich sehr viel gelernt, bin daran gewachsen und  bin zum Nachdenken gekommen. Das Nachdenken über das Leben, das Glück und die Vollkommenheit. Dinge, die mich in Rage brachten, verletzten oder stutzig machten, gehören jetzt der Vergangenheit an. Was wirklich zählt im Leben ist weder Geld, Anerkennung noch Erfolg. Was wirklich zählt ist Liebe, Verständnis, Vertrauen und Geborgenheit. Leider gibt es zu viele Menschen, die diese Dinge nicht haben.
Ich habe eine wahre Freundin gefunden und viele unterschiedliche Charaktere kennengelernt.
Ich kann und werde diese Zeit nie vergessen und kann hiermit an die Menschen, die sich für einen Auslandsaufenthalt in einem dieser „schwierigen und umstrittenen“ Länder interessieren, nur weiterempfehlen, sich eine wirklich gute und sichere Organisation zu suchen. Die Suche wird nicht einfach sein, jedoch wird die Zeit, die darauf zusammen mit deren Unterstützung folgt, denke ich sehr viel einfacher und friedvoller sein, als sie es  bei mir war.
Diese Reise gab mir die Chance, mich selbst und andere Menschen neu zu entdecken, auch gerade nach meiner Rückkehr hier zu Hause; vielleicht kann man sogar von "richtig Kennenlernen" sprechen; wenn auch auf eine sehr schmerzhafte und für mich unvergessliche Art und Weise.
Jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der von der von mir gemachten Erfahrung geprägt sein wird. Eine Erfahrung, die mich im zukünftigen Studium und auch danach begleiten wird.

15.12.08 02:00


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Hey ihr Lieben.

Seit langem schreibe ich euch. Es ist viel passiert. In meinem Projekt und mit mir selbst. Ich bin jetzt fast 6 Wochen in Südafrika. Ich möchte euch einen kleinen Einblick geben, was ich in der Zeit alles erlebt habe.

Am 13. Juli bin ich um 5 Uhr nachmittags nach Kapstadt geflogen. Der Flug war einfach super. Es gab genügend Filme und man konnte zwischen drei Menüs auswählen, sowohl beim Frühstück als auch beim Abendessen. Um 5:01 sind wir in Kapstadt gelandet. Kerstin, die mit mir zusammen als Volunteer von Frankfurt aus geflogen war, und ich saßen natürlich nicht nebeneinander wie geplantJ

Angekommen ging es gleich zum Backpackers. Dort konnten wir nach einigen Schwierigkeiten endlich einchecken. Gegen 10 kam Frans von der Organisation und „wies“ und ein. Wir gingen zusammen zur Waterfront, ein traumhafter Ort Kapstadts. Sicher und touristisch. Er erzählte uns einiges von Kapstadt und der Umgebung…Die Woche machten wir viele Ausflüge und sahen unheimlich viel vom Western Cape.

Die Woche war für mich persönlich die schönste, während meiner ganzen Zeit hier. Kerstin und ich verstanden uns super und wir freuten uns auf unser Projekt in Durbanville.

Am Samstag, den 19.7. wurden wir um 9 vom Backpackers abgeholt und Frans brachte uns zum Kinderheim. Wir waren voller Erwartungen und Hoffnung. Kerstin und ich freuten uns sehr auf die Arbeit. Dort angekommen: Schock: Keine Einführung, zu viele Volunteere und das Schlimmste, es gab mehrere Häuser auf dem Gelände. In jedem dieser Häuser lebten Kinder in einer Art von Kleinfamilie mit dem zuständigen Child Care Worker. Wir Volunteere lebten in einem anderen Haus, seperated! Die Vorstellung von einem großen Speisesaal und gemeinsames Leben mit den Kindern war schnell dahin. Uns wurde unser Haus gezeigt. Schock. Dreck, Kackalaken, viel zu viele Volunteere ,30 insgesamt davon 25 Deutsche….Uns wurde von der Organisation drei mal täglich Essen versprochen. Doch schon am ersten Tag wurde schnell klar, dass es eine Lüge war. Breakfast bestand daraus: Toast, eventuell vorhandene Milch + gekauftes Müsli. Kein Käse, kein Honig, keine Marmelade.. das Lunch bekamen wir dann immer auf Tellern, aber auch nur, wenn wir Glück hatten und jemand von uns Volunteere die Teller, die jeder mit seinem Namen versehen musste, am Morgen in die Küche brachte. Das war leider nicht selbstverständlich.  Kein Obst, kein Gemüse….das konnte heiter werden. Nachdem wir dann zwei Tage blöd rumsaßen, da die Zuständige für Volunteere, Yvonne, erst am Montag kam, wurdne wir von ihr "eingewiesen". Wir bekamen eine kurze Einführung über unsere Shifts.

Shift 1: Arbeiten am Mo, Di, Fr, Sa und So

Shift 2: Arbeiten am Mi und Do.

Schock. Viel zu wenig Arbeit. Viel zu viel OFF. Was machen in einer Stadt wie Durbanville, unsicher und nicht wirklich attraktiv?? Viele von den anderen Volunteeren erzählten uns, dass sie kaum etwas zu tun hätten…

Ich begann die Woche mit Nightshift.

Man muss von 7 pm bis 7 am arbeiten. Der Job ist dafür da, dass man aufpasst, dass keines der Kinder aufwacht und weint, weil es Albträume hat. Im Grunde genommen ein sinnvoller Job. Doch auch in diesem Gebiet wurden viel zu viele Volunteere eingeteilt. Es arbeiten in diesem Shift sowieso schon 2 Child Care Worker. Allerdings ist es auch vorgekommen, dass Kinder aufwachten, da sie Angst hatten und uns als Volunteere war es nicht gestattet zu den Kindern hinzugehen um sie zu trösten. Die Kinder haben alle schlechte Vergangenheiten und könnten sich erschrecken, wenn jemand Fremdes zu ihnen in der Nacht ans Bett tritt. Warum dann Nigthshift für Volunteere?? In der zweiten Woche wechselte ich in den DayShift.Das bedeutet: von 6 am – 8pm arbeiten. Man hilft den Kindern beim Aufstehen, Früstückmachen, Betreuen am Nachmittag und beim Supper+ Bettfein machen.Leider waren meine Kinder in meinem Haus sehr selbstständig,sodass sie alles selbst machen wollten und sollten. Ich hatte somit wieder nichts zu tun und saß blöd rum. Das schaute ich mir 2 Wochen an. Dann rief ich meine Organisation an und erklärte ihnen, dass ich hier nicht länger bleiben möchte, da ich nichts zu tun hätte und schon nach mehr Arbeit gefragt habe.

Frans, von der Parterorganisation von Multikultur, kam auch am nächsten Tag vorbei. Ich schilderte ihm die Situation und er sagte mir, dass es in anderen Social Einrichtungen nicht anders aussehen würde. Ich schlug ihm vor, mein Cheetah Projekt früher in Anspruch zu nehmen. Er gab mir noch ein anderes Projekt zur Auswahl. Monkeyland-Plettenberg Bay.

Er sagte, er bräuchte eine Woche für eine entgültige Antwort. In dieser Woche waren Kerstin und ich auf Reisen. Wir machten die Garden RouteJ

Es war eine traumhafte Woche, wobei ich immer mit den Gedanken bei Frans war. Als wir zurückkamen erfuhr ich aber auch erst durch Nachfrage durch Mail, dass es nicht möglich ist zu wechseln. Ich bat ihn, dass er sich bei Monkeyland umfragen sollte…Ich wartete….eine Woche….ich rief ihn an und schrieb ihm Mails..seine Notrufhandynummer war aus. CURRENTLY NOT AVAILABLE. Ich wurde nervös. Als er sich endlich nach einer Weile meldete und mir mitteilte, dass er heute mein Profil an Monkeyland geschickt hatte wurde ich echt sauer. Er hatte über eine Woche Zeit gehabt und hat nichts gemacht. Nichts. Ich hatte so hohe Erwartungen an ihn und er…..er kümmerte sich nicht. Über eine Woche verging wieder..irgendwann wurde mir das zu blöd. Ich versuchte ihn wieder auf dem Handy anzurufen….OFF. Kerstin und ich wurden echt sauer und saßen jeden Abend am Bett und überlegten, was wir Multikultur daheim alles erzählen werden. Es war echt eine harte Zeit. Dieses ständige Warten und Hoffen, zwischendurch immer das Generve von den anderen Volunteeren, die nur saufen konnten. Kein Mensch war da, der Grips im Hirn hatte und uns verstand. Keiner verstand wirklich warum wir so unzufrieden waren. Sie waren zwar alle nicht sehr zufrieden doch sie waren zu faul und zu bequem etwas dagegen zu unternehmen. Diese Blödheit tat mir echt schon fast weh.

Als Kerstin am Samstag, den 16.8. in ein anderes Projekt wechselte, was von vornerein geplant war, war ich in dem Haufen alleine. Ich musste alleine weiter kämpfen. Frans meldete sich nicht und ich versuchte ihn weiter anzurufen. Die Aktion, wie Kerstin ihr Projekt wechselte war auch eine Aktion, von der ich lieber nicht anfangen möchte, einfach unfassbar von Frans+ Co.Als ich mit meiner Mutter immer parallel Möglichkeiten suchte, mich aktiv in dem Land sozial zu beteiligen, kamen wir auf Kindernothilfe. Leider habe ich bis jetzt keine Antwort von ihnen. Ich versuchte auch bei anderen sozialen und tierschutzm. Bereichen mich zu beteiligen und mich zu bewerben aber ich bin zu jung und viele meinten, es sei für mich ohne Organisation viel zu gefährlich. Mit der Zeit wurde ich immer kraftloser. Ich konnte in dem Haufen von Menschen und Kindern nicht länger bleiben. In der letzten Woche arbeitete ich in der Schule. Dort hatte ich auch nichts zu tun. Just cut and paste. Als ich einem Jungen dann endlich am PC helfen konnte und wollte wurde mir von der Lehrerin auf die Hand geschlagen.

Diese Erfahrung tat mir persönlich total weh. Was mache ich hier eigentlich???ßDas fragte ich mich die ganze Zeit.

In diesem Haus wurde meiner Meinung nach total falsch mit den Kindern umgegangen. Die Child Care Worker schlugen die Kinder anstatt ihnen psychologisch zu helfen. Erziehung kann man das nicht nennen. In der Nacht werdne die Kinder von uns Volunteere 3 mal geweckt, damit sie auf Toilette gehen. Sie sollen nicht ins Bett machen. Doch anstatt nachzufragen, warum sie ins Bett machen, werden die kleinen Würmer nachts aufs Klo gezerrt und wenn sie nicht machen  müssen werde sie angeschrien…Was ist das???Sowas tat mir immer so weh dies anzusehen…keiner redete wirklich mit den Kindern. Die sind schon so kaputt. Richtig hasserfüllt uns gegenüber. Ich war mit der gesamten Situation überfordert. Niemand sagte mir wie man mit ihnen umzugehen hat. Niemand!!

Nach langem Überlegen und unter Berücksichtung der Tatsachen, dass ich hier schon fast überfallen worden bin,fast von einem 14-jährigen Jungen vergewaltigt worden bin,gegen den ich mich nicht zu wehren wusste(!!!) und es echt gefährlich ist auf die Straßen zu gehen,da noch immer ein unheimlicher Weißenhass herrscht habe ich mit meinen Eltern entschieden, dass ich nach Hause komme um dort das zu suchen und durchzusetzen, was ich im Grunde genommen hier machen wollte. Sozial mit betätigen. Gebraucht zu werden. Ich habe diesen Weg nicht einfach schnell hinnehmen können. Ich hatte einen Lebenstraum. Ein Jahr Südafrika. Dank der Organisation, die sich wirklich einen Dreck um uns gekümmert hat und der mangelnden Sicherheit in diesem Land ist es mir nicht mehr möglich hier zu bleiben. Ich komme nach Hause. Ich habe hier sehr viel Leid erleben müssen, ich bin auf Missverständnis gestoßen und habe mich noch nie in meinem Leben so nutzlos gefühlt. Es kommt mir vor, als würde ich das alles nur träumen. Ich kann nicht aufwachen, da es kein Traum ist. Leider. Ich habe hier so viel einstecken müssen, ich wurde zurückgestoßen und meine Hoffnung wurde jeden Tag kleiner. Ich habe mich durch diese Vorkommnisse sehr verändert. Ich merke, dass ich nicht mehr die gleiche Person bin wie vorher. Wozu das gut war…..es wird sich zeigen.

Dank Kerstin hatte ich 2 wunderschöne Reisewochen und durch sie habe ich den Rest der Zeit auch irgendwie überleben können. Wir haben uns gehabt und haben uns somit getröstet. Als sie wegging war es echt sehr sehr schwer für mich. Ich hoffe sehr, dass sie die letzten drei Wochen glücklicher sein kann, wobei ich da auch wieder etwas von ihr gehört habe….es ist einfach nur total enttäuschend und verletztend.

„Der Mensch lernt nur wenn er Scheiße frisst sonst reift er nicht“. Das ist leider so. Ich bin froh diese Erfahrung gemacht zu haben. Ich habe viel gelernt, von Kerstin, von den Menschen hier ( wenn auch nur Schlechtes) und von den Kindern….ich werde diese Zeit denke ich niemals vergessen.Kerstin, dir danke ich für die wunderschöne Zeit mir dir. Ich habe dich echt sehr schätzen gelernt und freue mich, wenn wir uns bald mal wiedersehen. Danke, dass wir beide gekämpft haben, und zwar zusammen und in eine Richtung. Wir hatten viele Gegner, lassen wir sie ihren Weg gehen….vielleicht werden auch sie irgendwann erkennen, dass es auch noch andere Einstellungen auf Erden gibt, die zu respektieren sind.

Heute und morgen Nacht verbringe ich die Nacht noch im V&A Hotel in Kapstadt / Waterfront. Ein Nobelhotel. Nach all den Flöhen,Augenpilzen, dreckigen Toiletten und Kummer habe ich mir das irgendwie irgendwo verdient.Danke Mama und Papa, dass ihr immer für mich da ward. Die Telefonate haben mir sehr geholfen.

Ich komme heim. Ich habe gekämpft und doch verloren. Und genau daran, an diesem Verlust meinerseits, werde ich noch sehr sehr lange arbeiten müssen. Es wird schwer wieder nach Hause zu kommen, denn im Grunde genommen will ich nicht nach Hause…aber hier kann ich nicht bleiben….

Machts gut ihr Lieben.

Wir sehen uns bald wieder. Sehr bald.

Eure Ria.

20.8.08 22:25


Hey ihr Lieben.

Kurz und knapp.

Mir geht es den Umstaenden entsprechend gut.Ich reise viel und erlebe sehr sehr interessantes.Die Arbeit ist weniger toll,Organisation ist .....und demnach werde ich das Projekt wechseln so schnell wie moeglich.

Ich lasse euch es wissen wie es weitergeht wenn ich mehr weiss.

Alles Liebe ich habe euch lieb.

 

8.8.08 17:56


So...da bin ich wieder

Zur Zeit packe ich meinen Koffer und höre Justus Peter und Bob:-) Ich habe in den letzten Tagen ziemlichen Stress gehabt. Ich musste noch einmal an der Blinddarmnarbe operiert werden.Leider habe ich das ganze nicht so ganz gut verkraftet. Die Narkose hat mich noch einige Tage daran erinnert, dass ich am Dienstag operiert wurde. Nun ja. Jetzt gehts aber langsam aufwärts.Heute Abend ist dann meine Abschiedsfeier und ich hoffe ihr werdet alle kommen:-)

Ich bin schon ziemlich nervös und freue mich sehr auf Afrika. Viele Dinge müssen noch erledigt werden. Versicherung+ Finanzen...etc. Am Sonntag heißt es dann endgültig Abschied zu nehmen.

Ich werde noch meine Adressen bekanntgeben, wo ihr mich erreichen könnt, falls das Internet mal nicht gehen sollte.

Alles Liebe und bis bald

Eure Ria:-)

11.7.08 14:45


Hey ihr Lieben,
Ich dachte mir, dass ich mir eine "wundervolle" myblog Seite einrichte, damit ihr mich in dem Jahr nicht vergesst und  ich mit euch allen in Kontakt bleiben kann.  Auf diese Weise  könnt ihr  sehen, was ich in den Monaten alles treiben werde :D
 Tja nun sind es nur noch knappe 2 Wochen und die Spannung steigt. Ich freue mich wahnsinnig auf Südafrika, die fremde Kultur, das Meer und vor auf eine Herausforderung, einen neuen Lebensabschnitt.

Ich fühle, wie sich alles wandelt
Und wie ich selber ändern kann,
was mich beengt in meinem Leben
Denn mit Ändern fängt Geschichte an.

Fragt man mich jetzt, wohin ich gehe
Tu' ich mir nicht mehr selber Leid.
Ich riskier' was für die Liebe
Ich fühle mich bereit.


Ich will helfen.
Ich will leben
Ich will raus.


Ich werde euch alle schrecklich vermissen.
So, das war ein kleiner Begrüßungstext für euch alle.

Bis demnächst und viel Spaß beim Schmökern

 

28.6.08 17:45





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